Besser als mit dieser etwas abgedroschenen „Börsenweisheit“ lässt sich die Entwicklung an den Kapitalmärkten im Juli wohl kaum beschreiben. So scheint der Brexit außerhalb Großbritanniens bereits Schnee von gestern zu sein. Deutsche und kontinentaleuropäische Aktien haben den Schock überwunden und sich deutlich erholt. Dies spiegelt sich auch in der positiven Entwicklung unserer Fonds wider.

Völlig überraschend hatten die Britten Ende Juni für einen Austritt aus der EU votiert. Der Deutsche Aktienindex startete am folgenden Tag daraufhin mit einem Minus von rund 1.000 Punkten in den Handel. Viele Börsenauguren sahen darin allerdings nur den Anfang einer heftigen Korrekturphase an den europäischen Aktienmärkten. Wir vermuteten dagegen, dass das Thema schon bald wieder von der Börsenagenda verschwinden würde (siehe Kurzinterview „Kapitalmarktentwicklung Sommer 2016“, Seite 19). Und so kam es auch.

Der DAX legte im Juli um 6,8% zu und stieg damit zum Ende des Berichtszeitraums auf sein Vor-Brexit-Niveau an. Beim Euro Stoxx 50 betrugen die Zugewinne immerhin 4,4%. Hierzu beigetragen hat sicherlich auch, dass sich der fragile Zustand des italienischen Bankensystems nicht noch weiter verschlechtert zu haben scheint. Beim Axxion Focus Prämienstrategie führten steigende Aktienkurse und die damit verbunden rückläufige Volatilität zu einem Wertzuwachs von 3,14%. Dabei ist zu berücksichtigen, dass am 22. Juli 2,42 Euro an die Anteilseigner (Privatanleger-Tranche) ausgeschüttet worden sind. Sämtliche verkauften Juli-Puts des Axxion Focus sind wertlos verfallen, die ursprünglich vereinnahmten Prämien kommen damit in vollem Umfang dem Fondsvermögen zugute. Aufgrund der verringerten Volatilität wurden zudem bei einigen wenigen August-Positionen Gewinne realisiert, so dass der Investitionsgrad des Optionsportfolios auf 78% gesunken ist.

Der WAM Marathon Renten (im Juli +2,52%) profitiert auch weiterhin von den Anleiheankäufen der Europäischen Zentralbank. Das Programm nähert sich inzwischen der Marke von einer Billion Euro an, und auch Japan bereitet weitere QE-Maßnahmen vor, um den Yen zu schwächen und die Inflation anzukurbeln. Die Credit Spreads haben sich weiter eingeengt. Da einige langlaufende Bonds durch die hohe EZB-Nachfrage unserer Einschätzung nach zu stark nach oben getrieben worden sind, wurden bei zwei Langläufern (Kraft Heinz 2028 und Volkswagen 2030) zweistellige Gewinne realisiert. Im Gegenzug haben wir u.a. in mittlere Laufzeiten von US-Senior-Bank-Bonds investiert. Mit 100-150 Basispunkten scheint der Credit Spread hier noch attraktiv zu sein, zumal der Bankensektor jenseits des Atlantiks als geheilt angesehen werden darf.

Beim WAM Marathon Balance betrugen die Gewinne im abgelaufenen Monat 3,12%. Dabei bewegte sich der Goldpreis in einer sehr engen Range, was hinsichtlich der Stabilisierungstendenzen bei den Risiko-Assets als positives Zeichen zu sehen ist. Das schließt natürlich nicht aus, dass die nächsten (politische) Belastungsfaktoren schon vor der Tür stehen. So haben politische Börsen zwar immer noch kurze Beine, selten zuvor sind sie aber derart gehäuft aufgetreten, wie in den vergangenen Jahren. Insofern halten wir zunächst an der niedrigen Aktienquote fest bzw. decken diese zu einem Großteil über kreative Instrumente, wie etwa die Prämienstrategie, ab. Xetra-Gold (+1,36% im Juli) ist mit einem Anteil von 16,4% nach wie vor die größte Position im WAM Marathon Balance.