Führt man sich die potenziellen Belastungsfaktoren für die internationalen Aktienmärkte (z.B. aufkommende Zinsängste, Probleme des europäischen Bankensektors, bevorstehende US-Wahlen, …) einmal genau vor Augen, erstaunt die große Ruhe, die die Börsen seit einiger Zeit an den Tag legen. Fast entsteht der Eindruck einer gewissen Selbstgefälligkeit, aus der es ein unangenehmes Erwachen geben könnte.

So hat sich der Deutsche Aktienindex mit einer Schwankungsbreite von lediglich 4% auch im Oktober kaum von der Stelle bewegt. Insgesamt bleibt ein Plus von 1,47%, beim EuroStoxx 50 sind es 1,77%. Mit einer Range von nur 3% hat sich der S&P 500 sogar noch ruhiger gezeigt. Ganz offensichtlich rechnen die Kapitalmärkte fest mit einem Sieg Hillary Clintons bei den US-Präsidentschaftswahlen. Erst nach Berichtsschluss hat die diesbezügliche Zuversicht aufgrund der wieder hochkochenden E-Mail-Affäre sowie weiterer Skandale der Clinton-Familie etwas nachgelassen. Eine „kalte Dusche“ à la Brexit ist deshalb keineswegs ausgeschlossen, während signifikant positive Impulse bei einem Sieg der Demokratin ausbleiben dürften.

Aktuell ist der Axxion Focus Prämienstrategie deshalb sehr vorsichtig positioniert (Investitionsquote 63% bei recht kurzer durchschnittlicher Restlaufzeit der verkauften Puts). Bei einem Wahlsieg Trumps dürften die Kursausschläge an den Börsen erheblich zunehmen, was wir bei attraktiveren Put-Prämien dann umgehend zu einer Aufstockung der Investitionsquote nutzen würden. Die Earnings-Season in Europa verlief bislang eher positiv, wenngleich es bei zwei unserer Titel (Nokia und Novo Nordisk) zu negativen Überraschungen gekommen ist. Dennoch konnte sich der Axxion Focus im Monatsverlauf um 0,72% verbessern. Insgesamt liegt die Performance 2016 damit bei 8,03%, der EuroStoxx 50 notiert dagegen mit 6,5% im Minus.

An den Rentenmärkten war der vergangene Monat von hoher Neuemissionstätigkeit geprägt. Immer stärker rücken dabei ultralange Laufzeiten (50 Jahre Italien, 70 Jahre Österreich) in den Blickpunkt, da viele Anleger bestimmte Mindestrenditen suchen. Nicht übersehen werden darf in diesem Zusammenhang allerdings das Kursrisiko dieser Papiere. So führt ein Renditeanstieg um lediglich einen Prozentpunkt bei der besagten Österreich-Anleihe zu Kursverlusten von 33%. Für die Wallrich Wolf Vermögensverwaltung kommen derart lange Laufzeiten deshalb nicht in Frage. So liegt die aktuelle Duration des WAM Marathon Renten gerade einmal bei 3,65. Entsprechend gering sind auch die negativen Einflüsse der zuletzt aufgekommenen Zinsängste. So haben der REXP im Oktober 1,3% und der globale Bondmarkt, gemessen am Barclays Global Aggregate Index, 3,02% an Wert verloren, während unser Anleihefonds ein positives Ergebnis von 1,06% erzielen konnte.

Der WAM Marathon Balance ist im Berichtsmonat eine erste Position im AHP Aristoteles eingegangen. Das Management des aktienbetonten Mischfonds überzeugt durch eine überdurchschnittliche Expertise für Nebenwerte (siehe auch Kapitalmarktbericht Herbst 2016, Seite 10-12). Gleichwohl halten wir zunächst weiterhin an unserer relativ niedrigen Aktienquote fest und decken diese zu einem Großteil über kreative Instrumente, wie etwa die Prämienstrategie ab. Der Anteilswert des WAM Marathon Balance hat sich im Oktober um 0,48% erhöht.